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IDS für alle! - am besten mit IDS4ALL

IDS ist ein typisches Thema, bei dem vielleicht die größte Lücke zwischen einer tatsächlich funktionierenden innovativen Lösung und der alltäglichen Praxis besteht. Während die Branche bereits hoch effiziente und einfach bedienbare Lösungen für die Ermittlung der Informationsanforderungen entwickelt hat, tragen Architekt:innen die U-Werte in Ansichten immer noch per Hand ein.

Was ist IDS überhaupt?

IDS ist eine der besten technischen Entwicklungen der letzten Jahre von BuildingSmart, ein echtes Gamechanger-Format zur Effizienzsteigerung, damit die Angabe und Prüfung aller angeforderten Datenmengen in einem Projekt reibungslos und automatisch ablaufen. Es bietet eine Lösung für eines der größten Probleme der BIM-Methodik, und zwar: Wie soll ich jetzt plötzlich modellbasiert all diese hunderten oder tausenden Eigenschaften einpflegen?


Ein IDS (Information Delivery Specification) ist ein maschinenlesbares Format, das festlegt, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt und in welcher Qualität bereitgestellt werden müssen, um deren Weiterverwendung und automatische Prüfung zu ermöglichen.


IDS ist das maschinenlesbare Format der LOI-Anforderungen.*

*Erklärung für totale Anfänger: Was ist LOI?

Die Abkürzung heißt Level of Information. In einem BIM-Projekt werden in den AIA (Auftraggeber-Informationsanforderungen) die nötigen Eigenschaften je nach Leistungsphase in tabellarischer Form vordefiniert. Das ist eine LOI-Tabelle, die den Detaillierungsgrad der Informationen für alle nötigen Merkmale angibt.


In der Tabelle kann man als Mensch leicht erkennen, dass z. B. bei den Wänden unterschiedliche Brandschutzwerte angefordert sind. Die Autorensoftware (z. B. Archicad oder Revit) muss für einen richtigen Export aber softwarekompatibel wissen, wie diese Information unter IfcWall/Pset_WallCommon/FireRating übersetzt werden soll.


Es gibt dann Datenstruktur-Werkzeuge (wie z. B. BIMq oder IDS4ALL + Excel), in die du deine Informationen zuerst einpflegst, und das Werkzeug dann die IDS-Datei ausgibt.


Beispiel LOI von einer Wand für IDS vorbereitet - mit der Information von PropertySet, -Name, Datentyp, Phase und Rolle und ggf. mit Wert-Optionen
Beispiel LOI von einer Wand für IDS vorbereitet - mit der Information von PropertySet, -Name, Datentyp, Phase und Rolle und ggf. mit Wert-Optionen

Wo hilft IDS in der Planung?

Planer:innen können in IDS-fähigen Autorensoftwares die IDS-Datei importieren und dadurch alle nötigen Eigenschaften mit allen Option-Sets per Knopfdruck ins Modell bringen.

Die Eigenschaften sind anhand von Klassifikationen sowohl als software-native Eigenschaften, als auch als IFC-Eigenschaften für den IFC-Export vorbereitet.Inhaltlich muss man natürlich die Eigenschaften immer noch selbst ausfüllen.

Wo hilft IDS in der Prüfung?

Du kannst IDS in einer Modellprüfsoftware wie Solibri oder BIMcollab direkt einladen und wie eine vordefinierte Regel-Set alle Eigenschaften prüfen, ob sie je nach Entität vorhanden sind.(Brandschutzwert soll natürlich bei Wänden geprüft werden, aber nicht bei einer Sanitäreinrichtung.)

Wie könnte man IDS ohne BIM-Auftrag einsetzen?

Keine Ausrede, dass ihr keinen "BIM-Auftrag" habt!

Man kann durchaus eigene minimale LOI-Anforderungen definieren, mit den Eigenschaften, die in jedem Projekt vorkommen, und dazu eine IDS-Datei selbst vorbereiten. Hauptziel wäre dann, eine interne Qualitätssicherung zu erreichen, um zu prüfen, ob alle nötigen Eigenschaften im Modell richtig vorhanden sind.

Beste Umsetzung: IDS4ALL

In Wien hatte ich das Glück, die tolle Entwicklung von Simon Fischer an der TU Wien kennenzulernen, die die IDS-Vorbereitung und -Erstellung noch besser menschenlesbar gestaltet, absolut kostenlos ist und sogar sehr feine, komplexe Kriterien-Aufstellungen ermöglicht.


Ich würde allen Auftraggeber:innen und Objektplaner:innen die Anwendung der IDS4ALL-Excel-Vorlage empfehlen!


Du kannst dich mit IDS und IDS4ALL den ganzen Datenmanagement-Kram in eine einfach strukturierte Herangehensweise überführen! So wird man schnell den Mehrwert erkennen, wie viel effizienter das ist, als die jetzigen händisch erstellten Datensilos.


In einem zukünftigen Post werde ich auch gerne einige konkrete Fallbeispiele aus IDS4ALL zeigen.

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